Contextuelles Coaching

Das contextuelle Coaching entscheidet sich grundlegend vom normalen Coaching. Beim herkömmlichen Coaching geht es in erster Linie um Motivation, Leistungssteigerung und Entwicklung. So sollen Ziele entwickelt und schneller erreicht werden. Negatives Denken wird durch positive Denkweisen ersetzt und damit das Selbstmanagement verbessert. Und durch das Erreichen eines besseren Selbstmanagements lernen Menschen ihre persönlichen und beruflichen Ziele unabhängig von äußeren Einflüssen selbst zu gestalten.

Lebensumstände analysieren

Das contextuelle Coaching setzt an einer anderen Stelle an und verfolgt ein anderes Ziel als das normale Coaching. Mit dieser Art des Coachings sollen die bestehenden Lebensumstände genau analysiert werden. Mit Hilfe des contextuellen Coachings sollen Menschen herausfinden wie sie zu bestimmten Lebensumständen, Eigenschaften oder Angewohnheiten gekommen sind. Im Laufe des Lebens macht jeder seine persönlichen Erfahrungen und gelangt zu bestimmten Ansichten, die durch die Jahre fest verankert wurden.

Die erdrückenden Gefühle

Viele fühlen sich aus diversen Gründen unwohl, unsicher, unentschieden, schuldig und haben ein gemindertes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Manche fühlen sich ungeliebt, obwohl sie Familie und einen Partner haben, die sie lieben. Auch ein Gefühl der Erfolglosigkeit, trotz vieler, bereits erreichter Erfolge, belastet immer mehr Menschen. Und Probleme und Konflikte zu verdrängen, bis sie unausweichlich sind anstatt sie direkt anzugehen, ist ebenfalls eine Eigenschaft, die viele nicht ablegen können. Unter diesen negativen Gefühlen leiden Menschen täglich.

Die Gründe

Doch die Wenigstens sind sich darüber bewusst, warum sie diese Gefühle und Angewohnheiten haben und auch nicht, dass es möglich ist diese zu bewältigen. In solchen Fällen kann das normale Coaching nicht viel ausrichten. Diese Menschen können ihre Probleme nicht einfach mit positivem Denken überdecken.

Der Ansatz des contextuellen Coachings

Die negativen Angewohnheiten und Gefühle sich selbst gegenüber sind zu tief verankert und müssen an der Wurzel behandelt werden. Und genau an diesen Wurzeln setzt das contextuelle Coaching an. Mit dieser Coachingart sollen all diese negativen Gefühle und Angewohnheiten aufgelöst werden. Und um diese Auflösung eines negativen Gefühls zu erreichen, muss der Context verändert werden, in dem dieses Gefühl entstanden ist.

Die Erschaffung von Contexten

Jeder Mensch erschafft sich in seinem Leben seine eigenen Contexte. Unter einem Context versteht man in diesem Zusammenhang einen Rahmen für einen bestimmten Inhalt. Diese Contexte erschafft man sich selbst durch Fühlen, Sprechen und bestimmte Denkweisen. Verstärkt werden Contexte durch Schlussfolgerungen, die man aus gesellschaftlichen Vorstellungen und Ereignissen zieht und durch persönliche Erfahrungen.

Contexte können lähmend, beschränkend und hinderlich sein. Solche Contexte können bis zur Resignation führen. Hat man sich erst eine Denkweise, ein Gefühl oder eine Eigenschaft im Laufe der Jahre angewöhnt, haben die Meisten das Gefühl dies nicht mehr ändern zu können. Doch das ist ein Trugschluss.

Die Erkennung des Contextes

Das Verhalten und die Denkweise sind tief verankert und werden durch viele Einflüsse weiter verstärkt. Doch jeder Context ist selbst erschaffen und kann genau aus diesem Grund auch wieder verändert oder neu erschaffen werden. Um diese Veränderung bestehender Contexte oder die Erschaffung neuer Contexte umzusetzen, müssen die bestehenden Contexte aber zuerst erkannt werden.

Ein Beispiel

Um den Zusammenhang zu verdeutlichen, ein Beispiel:

Stellt man sich eine schmale Vase voller Wasser vor, so bildet die Vase den Rahmen für das Wasser. Die Vase ist damit gleichzeitig der Context. Diese Vase bestimmt in diesem Fall, in welcher Form sich das Wasser befindet. Nämlich in einer schmalen Form. Außerdem bestimmt die Vase die Menge des Wassers. Je größer diese Vase nun ist, desto mehr Wasser passt auch hinein. Genauso ist es mit jedem anderen Context von uns Menschen. Wir selbst erschaffen uns durch bestimmte Denkweisen, Gefühle und Angewohnheiten einen Rahmen. Wie groß dieser Rahmen ist und wie viel Platz darin für den Inhalt bleibt, bestimmen allein wir.

Das contextuelle Coaching

Coaching ist auch die Analyse und Verdeutlichung von Lebenszusammenhängen


Damit diese Contexte aufgelöst und neu definiert werden können, muss man bereit sein die bestehenden Lebensumstände zu analysieren und zu verändern. Beim contextuellen Coaching sollen die Menschen herausfinden, welche hemmenden Contexte sie sich selbst geschaffen haben. In einem emotionalen und geistigen Prozess werden diese erkannten negativen Contexte verändert. Dabei müssen verankerte Gewohnheiten und Sichtweisen aufgegeben werden, um sich von den selbst gesetzten Rahmen zu befreien. Durch diesen Prozess wird den Menschen klar, dass sie aus den bestehenden Contexten ausbrechen können und nicht gezwungen sind damit weiterzuleben.

Die Fragestellung

Beim contextuellen Coaching geben die Coachs keine Tipps oder versuchen die Kunden zu motivieren. Durch gezielte Fragen werden die persönlichen Contexte untersucht und dadurch klarer. Die Kunden werden sich über ihre emotionalen und mentalen Verhaltensmuster bewusst und erkennen die Wurzeln ihres Problems.